50plus

Es ist ein Dilemma. Überall in der IT schreit man nach Arbeitskräften, doch beginnt Ihr Alter mit einer 5, dann haben Sie dort nichts verloren.

Über 131‘290 Personen waren gemäss SECO (Staatssekretariat für Wirtschaft) Ende Mai 2013 in der Schweiz arbeitslos (Die Lage auf dem Arbeitsmarkt, 2013). Gemäss dem insite-it.ch-Magazin vom 18.9.2012 wird prognostiziert, dass bis im Jahre 2020 ca. 72‘500 IT-Spezialisten rekrutiert werden müssen (inside-it.ch, 2012). Diese beiden Aussagen sind ein Paradoxon in sich.

Möglichst jung, möglichst viel Berufserfahrung und man muss natürlich studiert haben und weitere Zertifikate absolviert haben. Das ist der Wunsch, wenn ein Arbeitgeber einen Job zu vergeben hat. Man ist stark fokussiert auf jung und dynamisch. Ein junger IT-Spezialist direkt ab der Hochschule ist formbar.

Warum haben Spezialisten über 50 keinen Platz? Sind es gesellschaftliche Punkte oder tatsächlich nur die Kosten? Nicht von der Hand zu weisen ist natürlich der Lohn, der über die Jahre gestiegen ist, vor allem aber auch die Lohnnebenkosten, die höher sind als bei jemanden der erst dreissig ist.

Erfahrung ist Gold, aber nicht quantifizierbar um es mit höheren Lohnkosten zu vergleichen.

Ich stelle mir eine Rollenteilung in der klassischen und strategischen Informatik vor:

Unter der ‘klassischen Informatik‘ sind folgende Rollen einzuteilen:

  • Software Entwicklung
  • System Spezialisten / System Engineers
  • Datenbank- Entwickler und Administratoren

etc.

Unter der ‘strategischen Informatik‘ sind folgende Rollen einzuteilen:

  •  Projektleitung
  • Business Analyse / Business Engineering / Requirements Engineering
  • Testmanagement
  • Software- und System Architekten
  • etc.

Wenn wir nun diese unterschiedlichen Rollen in Kriterien fassen, dann könnte das in etwa so aussehen:

Klassische Informatik:

  • Technologieorientiert
  • Dynamisch
  • Wechselbereitschaft
  • etc.

Strategische Informatik:

  • Erfahrung
  • Durchsetzungsvermögen
  • Versierte Kommunikation
  • etc.

Diese Aufteilung sollte aufzeigen, dass z.B. in der Projektleitung von z.B. über zwanzig Mitarbeitern ein zwanzig jähriger eher nicht geeignet ist.

Ein weiterer und durchaus wichtiger Faktor ist die Loyalität. Ein 55-jähriger kann sich gut vorstellen, zehn Jahre bei der gleichen Firma zu arbeiten, wo hingegen gerade die Generation-Y nicht in dieser Dimension denkt. Wenn man hierbei die Rekrutierungskosten und den Ramp-up quantifiziert, kommt das auch sehr teuer zu stehen.

Dieser Text wurde von einem von mir geschriebenen Essay abgeleitet Essay Julian Deb. Dort wurde die Frage gestellt: „Haben Mitarbeiter über 50 Jahren eine Chance auf dem IT-Markt in der Schweiz?“.

Aufgrund von meiner Argumentation beantworte ich die Frage eindeutig mit Ja – aber. Es ist wichtig, dass man seinen eigenen Wert kennt und dass nicht jeder Arbeitgeber geeignet ist. Auf Absagen die direkt auf Ihr Alter anspielen oder dass Sie überqualifiziert sind müssen Sie hinnehmen, diese wird’s auch in Zukunft geben.

Auf Ihr Feedback bin ich sehr gespannt.

feiertage

Happy New Year! Ich wünsche Ihnen alles Gute im neuen Jahr.

Nun sind sie wieder durch die Arbeitgeberjahre – Weihnachten an einem Wochenende ist tatsächlich etwas unglücklich :)

Hier ein paar Hinweise, wie Sie mit wenigen Ferientagen das Optimum herausholen. Dieser Artikel ist spezifisch für die Schweiz.

  • Der 14. Februar ist Valentinstag. Dies ist zwar kein Tag an dem wir nicht arbeiten müssen – ich wollte nur Ihre Beziehung retten :)
  • Ostern ist dieses Jahr am 16. April. Hier sind es bereits vier Tage aneinander wo nicht gearbeitet wird. Hier haben sie die Chance auf zwei verkürzte Wochen mit je nur 4 Arbeitstage. Aus acht mache zehn.
  • Der erste Mai ist in manchen Kantonen ein Feiertag. Dieses Jahr fällt er auf einen Montag. Die Chance für ein verlängertes Wochenende oder eine Woche Urlaub mit nur vier Ferientagen. Aus vier mache fünf.
  • Auffahrt ist dieses Jahr am Donnerstag, 25. Mai. Hier eignet sich ein Brückentag. Evtl. auch spannend in Kombination mit Pfingsten.
  • Pfingsten fällt dieses Jahr auf den 4. Juni. Von Auffahrt bis Pfingstmontag sind es zwölf Tage. Hierbei benötigt es nur sechs Ferientage.
  • Der erste August ist dieses Jahr an einem Dienstag. Da eignet sich doch wieder ein Brückentag für ein Wochenende mit vier Tagen.
  • In einigen Kantonen wird Allerheiliger gefeiert, am 1. November. Der ist dieses Jahr an einem Mittwoch. Hier kann man sich ein ganz langes Wochenende oder sogar eine ganze Woche gönnen. Aus vier mache fünf.
  • Weihnachten (25.12.) fällt dieses Jahr auf einen Montag, der Stephanstag am Dienstag. Somit braucht man drei Ferientage um die Woche zu vervollständigen.
  • Was an Weihnachten gilt, stimmt auch für Neujahr. Der erste und zweiter Januar fällt entsprechend auch auf Montag und Dienstag und gibt einen Anreiz das Arbeitsjahr erst am Montag 8. Januar wieder zu starten.

Der Lebenslauf oder auch kurz das CV (Curriculum Vitae, zu Deutsch Lauf des Lebens) ist mit dem Motivationsschreiben das wichtigste Dokument bei der Bewerbung für eine neue Stelle oder Projekt. Wie ist dieses Dokument zu gestalten? Nun ja, mit uns Personalberatern ist das so eine Sache, fragen Sie vier von uns haben Sie fünf Meinungen :)

Wichtig ist es, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Das Dokument soll gut strukturiert sein, es soll eine rasche Übersicht darstellen und für den Empfänger einfach lesbar sein. Nachfolgend zeige ich Ihnen einen Vorschlag für die Struktur mit entsprechenden Tipps auf, das Muster CV steht auch zum Download (am Textende) zur Verfügung.

Das CV verfügt über drei Hauptkapitel, die Personalien, die Aus- und Weiterbildung und die Berufs- bzw. Projekterfahrung. Ergänzen kann man das CV noch mit weiteren Themen.

Personalien

Hier erfassen Sie die Angaben, die Sie als Person abbilden. Einerseits sollte es informativ sein aber auch Sie als Individuum zeigen. Folgende Informationen könnten das sein:

  • Name
  • Adresse
  • Telefonnummer, wo Sie auch erreichbar sind
  • Email (keine speziellen Domainnamen, wie @alleslustig.ch, amliebstenFreizeit.de oder ichmacheallesfuerGeld.at)
  • Sprachen (die sind zu klassifizieren wie z.B. Muttersprache, sehr gut, fliessend, verhandlungssicher, gut, Grundkenntnisse, Schulkenntnisse, etc.)
  • Hobbies (hiermit ist nicht Lesen, Musik und Sport gemeint, sondern präzisere Angaben um Ihre Persönlichkeit hervorzuheben. Spezielle Hobbies oder dann Krimis lesen, Jazz Trompete spielen, Ski fahren)
  • Extracurriculare Tätigkeiten, das sind Tätigkeiten die nicht bei einem Arbeitgeber gesammelt wurden, jedoch für Ihr Profil mitbestimmend sind. Das könnte z.B. eine Vorstandstätigkeit eines Vereins sein, o.ä.
  • Organisations-Mitgliedschaften runden Ihre Persönlichkeit ab. z.B. dies der Steinmetz, Kiwanis o.ä.

Aus- und Weiterbildung

Unter der Aus- und Weiterbildung listen Sie auf wo Sie zur Schule sind. Wichtig sind v.a. die Abschlüsse zu erwähnen welche für die Position relevant sind. Sie können auch diese entsprechenden Abschlüsse fett markieren. Grundsätzlich würde ich mit drei Blöcken arbeiten:

  • Schulausbildung; dies hat mittlerweile die geringste Bedeutung und gilt der Vollständigkeit.
  • Studium; dies ist wohl der wichtigste Part. Weisen Sie die genaue Institution aus und den korrekten Titel. Sollten Sie keinen Abschluss erlangt haben, dürfen Sie den Titel nicht verwenden. Jedoch können Sie die absolvierten Semester mit gutem Gewissen erwähnen.
  • Seminare und Schulungen; dies ist eine Auflistung Ihrer Weiterbildungen, die entweder tageweise wahren oder länger. Erwähnen Sie alles was mit Ihrem Job zu tun hat, wie auch Themen die Sie persönlich weitergebracht haben, wie z.B. ein Kommunikationskurs o.ä. Nicht hierhin gehört der Italienisch-Kochkurs, das wäre dann eher ein Hobby.

Berufserfahrung / Projekterfahrung

Die Berufs- bzw Projekterfahrung ist der eigentliche Kerninhalt des CV’s. Dieser Part entscheidet massgeblich über die Länge des Dokuments. Wichtig ist hier:

  • Chronologische umgekehrte Reihenfolge, d.h. mit dem aktuellsten beginnen.
  • Die Dauer von wann bis wann, die Firma und die Rolle sind klar auszuweisen. Diese Informationen haben einen sehr hohen Aussagewert.
  • Wenn möglichst, die Tätigkeiten mit Bulletpoints ausführen, da dies einfacher ist zu Lesen. Grundsätzlich sind die wichtigen Tätigkeiten erst zu nennen. Hier sollte man auch die wichtigen Themen fett hervorheben. Dies können von Stelle oder Projekt varieren.
  • Wenn einem die Themen nicht in den Sinn kommen, soll man einfach einen Arbeitstag oder -woche durchspielen, so kommt man automatisch auf die gewünschten Punkte.
  • Wenn Sie ein technisches CV haben, dann erwähnen Sie auch die Technologien, die Sie bei den entsprechenden Tätigkeiten oder Projekte angewendet haben.

Optionen und Tipps

  • Die Anzahl Seiten eines CV’s geben immer zur Diskussion. Hier gilt der Grundsatz so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ich bin ein Fan von 3-5 Seiten. Bei einem gut strukturierten CV, kann der Leser selber entscheiden womit er beginnt.
  • Das CV ist ein individuelles Dokument und ist für jede Position oder Projekt anzupassen. Damit ist die Hervorhebung durch fett Markierungen oder die Reihenfolge gewisser Tätigkeiten gemeint.
  • Setzen Sie sich mit dem Empfänger auseinander. Heute gibt es so viele Möglichkeiten über Facebook, Xing, LinkedIn, Twitter, etc. Wenn sie z.B. sehen, dass der Empfänger bekennender Vegetarier ist, dann erwähnen Sie nicht, dass Ihr Hobby das Jagen ist. Wenn Sie etwas verschweigen heisst das nicht, dass Sie nicht authentisch oder ehrlich sind.
  • Prüfen Sie das CV auf Schreibfehler. Lassen Sie es auch von einer anderen Person lesen, falls die Chance besteht, auch von jemandem der oder die nicht aus der Branche ist.

cv-muster


Bei uns im deutschsprachigen Raum ist es üblich ein Foto im CV zu haben. Viele Länder, wie z.B. Grossbritannien oder die USA kennen das nicht, mit der Begründung, dass es keine Vorurteile gegenüber Rasse, Religion oder Geschlecht gibt. Das ist auch richtig. Jedoch hat man mit dem Foto auch eine grosse Chance, welche man bei der Bewerbung nutzen kann – Sympathie.

Es geht also nicht um einen Schönheitswettbewerb, man soll sich auch nicht für sein Alter schämen müssen. Es geht einzig darum, Sympathie zu übermitteln.

Seien Sie sich bewusst, falls nicht ein Passfoto genutzt wird, also z.B. Oberkörper oder sogar Ganzkörper, dass man mehrere Botschaften sendet.

Hier sind meine Tipps für ein gutes Bewerbungsfoto:

  • Lächeln Sie. Nutzen Sie die Chance zur Übermittlung von Sympathie.
  • Nutzen Sie nicht eine ganze A4-Seite um sich selbst darzustellen. Es genügt z.B. die rechte Seite der Angaben zu den Personalien.
  • Tragen Sie keine Kopfbedeckungen.
  • Tragen Sie angemessene Kleidung. Z.B. kein T-Shirt (vor allem nicht ein Weisses – wegen dem Hintergrund).

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